Martin Page - Antoine oder die Idieotie - Rezension Lettern.de Martin Page - Antoine oder die Idiotie

Wagenbach Verlag
Übersetzung: Bettina Runge 
Taschenbuch, 134 Seiten
8,90 €
ISBN 3-803-12489-
1

 

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Antoine ist ein junger Franzose mit halb burmesischen Wurzeln und fürchterlicher Verwandtschaft, der sich nichts sehnlicher wünscht, als ein Idiot zu werden. Zu erdrückend erscheint dem jungen Mann seine Intelligenz, die ihn im täglichen Leben eher behindert als förderlich ist. Mit allen Mitteln versucht er, sein hinderliches Denkorgan auf Normalmaß (oder besser noch darunter – weit darunter!) zu bringen. Dazu versucht er, sich zum Alkoholiker ausbilden zu lassen.

Da das aber gar nicht so einfach ist und er den Versuch abbrechen muss, erwägt er, sich vollkommen zu entleiben – nur um der Last seines Kopfes zu entgehen. Auch seine skurrilen Freunde können ihn nicht von seinem Vorhaben abbringen. Er tritt sogar einer Organisation von Gleichgesinnten bei, die ihr Ziel – das Ableben – allesamt spielend erreichen. Nur Antoine scheitert auch hier. Auch andere grausame Experimente, z. B. das Verzehren von Fast food, bringen nicht den gewünschten Erfolg. Dabei lag doch die Vermutung so nahe, dass ... Nein! Selber lesen!

Erst gezielte pharmazeutische Verblödung macht Antoine glücklich – und lässt ihn zu einem Charakterschwein werden. Da allerdings machen dann seine Freunde nicht mehr mit.

Köstlich die Szenen, in denen dieser arme Teufel an sich selbst leidet. Ein bisschen erkennt man sich wohl selbst, auch wenn man das gar nicht so laut sagen darf.

Martin Page, der Autor lebt in Paris, fährt gerne holländische Fahrräder und muss eine totale Macke haben – oder auch nicht ;-)

Erschienen ist es im Wagenbach-Verlag, was natürlich einiges erklärt und meine Empfehlung untermauert.

© Astrid Ann Jabusch 2005


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